Die Macht eines Meisters (der 5ten Einweihung)


Ein Meister wird im Hinduismus als Mahatma, Paramhamsa(höchster Schwan) oder als Mahachohan bezeichnet. Ein solcher Meister ist zwar noch nicht vollständig mit der Allmacht verbunden, aber er ist potentiell sehr mächtig, da er in den Kräften des Brahm steht.

Die 7 grossen Kräfte eines Meisters der 5. Einweihung sind nach Sri Yuktesvar Giri :

Anima : Die Macht seinen Körper und andere Dinge beliebig klein (Anu) zu machen
Mahima : Die Macht, jedes Ding beliebig gross zu machen
Laghima : Die Macht, Gegenstände beliebig schwer zu machen
Prapti : Die Macht, alles Gewünschte erreichen zu können
Vasitwa : Die Macht über alle Dinge
Prakamya : Die Macht alle Wünsche durch den Willen zu befriedigen
Ishitwa : Die Macht, Herr über alle Dinge zu werden(Ishwara)

Ein Meister hätte zB. auch die Fähigkeit, gleichzeitig in drei Körpern zu wirken. Allerdings wird ein Meister seine Macht nur in Übereinstimmung mit der göttlichen Vorsehung benutzen als deren Werkzeug, die diese Macht sowieso hat und sie kontrolliert.

A.A.Bailey (Meister D.K.) drückt es so aus : "Ein Meister ist nicht allmächtig, aber er hat eine solche Macht, dass er Europa in 10 Minuten in Schutt und Asche versinken lassen könnte". bzw. "Ein Meister hat keine Aura."


Allerdings hat evtl. schon ein Bodhisattwa gewisse Kräfte (bodhichitta), die aber anderen Quellen entstammen und sehr hinderlich sein können, da sie prinzipiell ätherische Kräfte der Maya sind. Pantanjali warnt vor den bindenden, hinderlichen und verlockenden Einflüssen der Siddhis. Auch ein Magier kann solche oder ähnliche niedere ätherische Kräfte besitzen.

Dazu Johannes 4.12 im Neuen Testament : "Wahrlich ich sage euch. Wer an mich glaubt, der wird die Werke tun, die ich tue, und wird grössere als diese tun, denn ich gehe zum Vater."

Mit der Höherentwicklung verschwinden diese kleinen Kräfte. Die göttliche Vorsehung erlaubt aber nicht einfach den danach möglichen Gebrauch ihrer Allmacht zu persönlichen Zwecken(wie beim höheren schwarzen Meister). Anders ausgedrückt : Ein Meister hat Macht auf einem Strahl und nicht über einen Strahl.
"Im Nirvikalpa-Samadhi jedoch gibt es keinen Verstand. Da gibt es nur unendlichen Frieden und unendliche Glückseligkeit. Hier endet der Tanz der Natur, und der Wissende und das Gewusste werden eins. Hier erfreut man sich einer höchst göttlichen alldurchdringenden und selbstverliebten Ekstase. Man wird zum Gegenstand des Entzückens, man wird zu dem, der sich entzückt, und man wird zum Entzücken selbst.
im Nirvikalpa-samadhi gibt es unendliche Seligkeit und Kraft. Alle Macht aller Okkultisten zusammen ist nichts, wenn man sie mit der Kraft vergleicht, die man im Nirvikalpa-Samadhi besitzt(Sri Chinmoy 1995)

Das Leben eines Meisters ist dadurch KEINE Erfüllung, solange er in einem materiellen Körper leben muss, denn ER ist das Licht, das in die Dunkelheit herabsteigt. Die verstorbene "Mutter" im Aurobindo-Ashram drückte es einmal so aus "die nächsten Kilometer um uns herum, all Das bin ich...".



"Mit dem befaßt zu sein, was allen Wesen zum Guten dient, Freude und Leid der anderen sich zu eigen zu machen, das hat man als ein Anzeichen für den innerlich frei gewordenen und erfüllten geistigen Menschen beschrieben.
Der gnostisch-Supramentale Mensch braucht kein altruistisches Sich-Selbst-Auslöschen. Denn das vom Altruismus gemeinte Bestreben gehört intim zum Wesen seiner Selbsterfüllung. Darum gibt es hier keinen Gegensatz und keine Spannung zwischen dem eigenen Guten und dem Guten anderer. Die kosmische Sympathie ist nur ein Teil der dem supramentalen Menschen eingeborenen Wahrheit des Seins. Diese benötigt keinen besonderen Entschluß, an den geringeren Freuden oder den Leiden anderer teilzunehmen. Ihr universelles Fühlen, ihr universelles Handeln ist jederzeit spontan und natürlich, eine automatische Kundgabe der eigenen Wahrheit, ein Akt der existentiellen Freude, aus dem Sosein des Geistes strömend."(Sri Aurobindo)